Sonntag, 24. Februar 2013

Jules Verne - In 80 Tagen um die Welt

Jules Verne - In 80 Tagen um die Welt
Genre: Jugendbuch, Klassiker
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Knesebeck
Erscheinungsdatum: August 2012
ISBN: 978-3-86873-491-1

Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Autoren, die ihrer Zeit nicht nur voraus waren, sondern die sogar beinahe den Eindruck erwecken, sie hätten die Zukunft maßgeblich mit beeinflusst. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass diese Autoren oft dem Science-Fiction-Genre entstammen. Bei diesen vermeintlichen literarischen Propheten zeigt sich deutlich, warum unsere Möglichkeiten in den meisten Fällen so weit reichen wie unsere Vorstellungskraft. Jules Verne war zweifellos einer dieser Autoren. Vor genau 150 Jahren begann der französische Schriftsteller damit, die Heerscharen seiner Leser auf wilde Streifzüge und Abenteuer durch unbekannte Länder und Welten mitzunehmen. In seinen Geschichten beschrieb er atemberaubende Maschinen, exotische Geschöpfe und den Geist der damals letzten großen Geheimnisse unserer Welt. Seine Fantasien trugen uns auf den Grund der Ozeane, ins Weltall und zum Mittelpunkt der Erde selbst - immer spannend, begeisternd und verblüffend zugleich.

In einer seiner bekanntesten Erzählungen berichtet Jules Verne von einem exzentrischen englischen Gentleman namens Phileas Fogg, welcher mit den ehrenwerten Mitgliedern seines Londoner Herrenclubs wettet, dass es ihm gelingen würde, die ganze Welt zu umrunden - und zwar in nur 80 Tagen - damals eine absolut aber- wenn nicht sogar wahnwitzige Mission. Den Abenteurer belächelnd, willigen die elitären Herren ein, Fogg, im Erfolgsfall, eine Summe von 20'000 Pfund Sterling zu bezahlen. Keine Zeit verschwendend, machen sich Fogg und sein Diener, Passepartout, auf den Weg nach Suez, als ungefähr zur selben die Bank of England überfallen wird. Der Abenteurer und sein Diener geraten nun plötzlich, ob ihrer hastigen und außergewöhnlichen Reise, in das Visier des Ermittlers Fix, welcher sich augenblicklich, in Suez, an ihre Fersen heftet. Es entbrennt eine rasante Jagd gegen Zweifel, Gefahren und, natürlich, die Zeit, bei der es nicht unbedingt um Profit geht (schließlich sind die Reisekosten auch nicht unerheblich), sondern vielmehr darum, etwas über die Welt und sich selbst zu lernen - und zwar lange vor den dekadenten Eskapismus-Pilgerphantasmen fettgefressener Großstädter.  

Natürlich ist es etwas Anderes, Jules Verne in einer Gegenwart zu lesen, in der die meisten, der von ihm beschrieben Wunder tatsächlich routinierte Realität geworden sind - und doch liegt genau hierin eine gewisse Chance: Mit jedem Wort meint man die Begeisterung, ja die Faszination spüren zu können, mit welcher Verne auf unsere Welt, ihren Fortschritt und ihre Zukunft geblickt hat. Vielleicht gelingt es dieser Erinnerung an den romantischen Entdeckergeist des vorletzten Jahrhunderts ja sogar nicht nur, uns gut und angemessen zu unterhalten, sondern auch, einen Funken dieses magischen Pionier-Esprits in uns satten Zukunftsmenschen zu entfachen. Mal wieder nach den Sternen greifen, versteht Ihr?

Was nun die Ausgabe, oder vielmehr die Frage, warum es ausgerechnet diese Ausgabe sein sollte, betrifft, bleibt eigentlich nur zu erwähnen, dass Robert Ingpen der verdammte König der Illustratoren ist! Mit einer sehenswerten Meisterhaftigkeit hat es sich der Australier zur Lebensaufgabe gemacht, alle großen Jugendbuch-Klassiker der Weltliteratur neu zu illustrieren. Mit diesen fantastisch märchenhaften Gemälden gespickt, veröffentlicht das Verlagshaus Knesebeck nun nach und nach die Ingpen-Ausgaben in Deutschland - und wir alle sollten Knesebeck dafür danken, denn in diesem Gewand, wirkt selbst vermeintliche Pflichtlektüre wie "In 80 Tagen um die Welt" noch charmanter. Ein Muss.

Note: 2



  • Humor: 3
  • Anspruch: 2
  • Spannung: 2
  • Erotik: /
  • Piratenfaktor: 1
  

Kommentare:

  1. Richtig toll geschrieben :) Hab mir schon oft überlegt, ob ich mir dieses Buch kaufen sollte. Jetzt werd ich es bestimmt tun :)
    Danke für deinen Kommentar und wegen "Licht und Schatten" ich kann mir denken, welche Bücher dir nicht gefallen ;)
    Hab einen schönen Tag.

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  2. Ich mag das Buch sehr, weil es nicht so blumig wie die Verfilmungen ist, sondern technik-orientiert. Fogg ist nicht so sympatisch, weil er immer pünktlich sein will :-)

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